Das Schulkonzept

Entgegen häufig landläufiger Meinung: Klassisches Ballett beruht – wie Sprachen, Mathematik oder Musik – auf einer absolut logisch aufgebauten Struktur. Es werden nicht irgendwie und irgendwann während der Ausbildung irgendwelche Schritte erarbeitet, sondern allem liegt ein Lehrplan und ein Konzept zu Grunde. Die erste Frage, die Sie sich bzw. der Lehrkraft stellen sollten: existiert überhaupt ein Konzept? Nach welchem Lehrplan wird unterrichtet?

Lehrpläne

Es gibt weltweit unterschiedliche methodische Systeme, Ballett zu erlernen. Die russische, englische und französische Schule, die kubanische, die Methode der Pariser Oper, die dänische Schule (nach Bournonville), die italienische Cecchetti-Methode, die Balanchine-Methode (häufiger in den USA) usw. Jedes System verfügt über unterschiedliche Lehrpläne. Die in Deutschland gängigsten sind die Vaganova-Methode (Russland), die auch an den meisten staatlichen Ballettschulen angewandt wird und die Royal Academy of Dancing (GB). Häufig behaupten "Pädagogen" nach einem bestimmten System zu unterrichten, tun dies in Wirklichkeit jedoch gar nicht bzw. haben sich nie tiefgründig damit auseinandergesetzt oder kreieren einen Mix aus verschieden Systemen. Dieser Mix führt meist dazu, dass das eigentliche in sich geschlossene System nicht mehr funktioniert. Stellen Sie sich einen Hausbau vor: dafür benötigen Sie definitiv einen Arbeitsplan, ein System, eine Struktur! Wenn Sie zwischendurch jedoch ständig alles über den Haufen werfen und die Vorgehensweise ändern, wird ihr Haus entweder nie fertig oder es mangelt an Standfestigkeit! Einen guten Vergleich stellt auch der Mathematik-Unterricht dar: würden Sie da einfach einmal so die Grundrechenarten auslassen, um sich gleich mit viel spannenderen Themen wie Stochastik auseinanderzusetzen? Übrigens spielt es überhaupt keine Rolle, ob Ihr Kind einmal Tänzer werden will oder lediglich aus Spaß einmal wöchentlich tanzt. Ihr Kind wird ja womöglich auch kein Biologe, sollte aber deshalb auch keinen Firlefanz im Biounterricht aufgetischt bekommen. Sich mit einem einzelnen Unterrichtssystem tiefgründig auseinanderzusetzen, stellt selbst für den besten Pädagogen eine Lebensaufgabe dar! Auch hier sind wieder einmal regelmäßige Fortbildungen und eine fundierte Pädagogikausbildung ein Muss.

Das schuleigene Konzept

Es bleibt jeder Schule selbst überlassen, wie sie ihre Schule konkret gliedert. Die Nummerierungen der einzelnen Klassenstufen sollten jedoch für Eltern nachvollziehbar und schlüssig sein. Unabhängig ab wie viel Jahren Ballettvorbereitungsunterricht angeboten wird, sollten bestimmte Lernziele für jedes Schuljahr festgelegt sein, denn 3- oder 4-jährige Kinder haben andere Bedürfnisse als 6- oder 7jährige, können aber dennoch vieles lernen! Ebenso variieren die Lehrplaninhalte zwischen Klassen, die einmal wöchentlich trainieren oder aber Leistungsklassen, die mehrmals üben. Von Vorteil für den Pädagogen sind das Erstellen einer Jahr-und Monatsplanung, Wochenplanung und schließlich sollte jede einzelne Unterrichtsstunde in jeder einzelnen Klasse gründlich vor- und nachbereitet sein. Ältere erfahrenere Pädagogen werden hierfür selbstverständlich wesentlich weniger Zeit benötigen als ein junger Lehrer. Definitiv sollte aber ersichtlich sein, dass sich die Lehrkraft tatsächlich auf ihre Arbeit vorbereitet und nicht ausschließlich improvisiert und sich mal eben etwas – meist immer das Gleiche minimal variiert   aus dem Ärmel schüttelt. Es ist übrigens nicht verwunderlich, wenn Pädagogen ihre Übungen mit den Schülern über einen längerer Zeitraum hinweg wiederholen. Auch an staatlichen Schulen ist dies gerade in der Unter- und Mittelstufe gängige Praxis! Das Wiederholen bedeutet eine Festigung und Vertiefung des Gelernten. Nehmen wir einen Opernsänger: um so richtig an seinem Gesang zu feilen, sollte er praktischerweise erst einmal seinen Text auswendig wissen, genau so verhält es sich im Tanz auch! Das stete Wiederholen von Übungen sollte ergänzt werden von immer wieder eingefügten neuen Übungen, wodurch man nach und nach und Schritt für Schritt weiter im Lehrplan vorankommt.
Es gibt übrigens kein bestimmtes Alter, ab oder bis zu welchem man Ballett lernen "darf". Mit Sicherheit ist es anstrengender für einen Pädagogen, kleinere Kinder zu unterrichten oder aber erwachsene Anfänger, aber als Hobby kann prinzipiell jeder gesunde und motivierte Mensch Ballett lernen. Ob sich für jede Alters- und Leistungsstufe ein geeigneter Kurs bei einer Ballettschule finden lässt, steht wiederum auf einem anderen Blatt.
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