Formelles

Auch ein paar formale Angelegenheiten können Ihnen Aufschluss über die Seriösität einer Schule geben. Da wären zunächst einmal die...

Verträge

Sollen Sie da etwa einen Jahresvertrag für Ihr Kind abschließen? Zugegeben, Sie bieten dem Ballettschulinhaber den großen Vorteil einer finanziellen Absicherung, sind jedoch alles andere als branchenüblich! Ein Halbjahresvertrag? Zwar schon besser, jedoch ist die Kündigung im Dreimonatsrhythmus oder zum Quartal die kundenfreundlichste und auch für den Pädagogen von gewissem Vorteil. Wozu ein Kind in den Unterricht schicken, wenn es doch eigentlich gar nicht mehr möchte. Dies kann gerade bei kleinen Kindern schnell einmal vorkommen, wenngleich Sie Ihrem Kind die Zeit geben sollten, sich einzugewöhnen und erste Fortschritte zu machen. Nur weil einmal die Unterrichtsstunde nicht so gut geklappt hat, heißt das noch lange nicht sofort die Flinte ins Korn zu werfen! Im Gegenteil: Ihr Kind wird bei gutem Unterricht zwangsläufig einmal an seine Grenzen stoßen und auch Misserfolg gehört zu jedem Lernprozess! Besonders dann nicht aufzugeben und weiter zu üben bis der Erfolg einsetzt, lehrt Ihr Kind Durchhaltevermögen, was ihm in jedem Lebensbereich zu Gute kommen wird!

Unterrichtskosten

Hier hilft die einfache Recherche im Internet um eine Vorstellung zu erhalten, was 60 oder 90min Unterricht so kosten. Achten Sie jedoch darauf, das Bundesland zu berücksichtigen, denn die Beträge können regional stark abweichen!

Die Unterrichtskleidung

Entweder in Ihrer Stadt befindet sich ein Ballettgeschäft, wo Sie vergleichen können oder Sie recherchieren wieder einmal im Internet. Sollten Sie die erforderliche Kleidung nur über die Ballettschule beziehen können, sollte es sich nicht um Wucherpreise handeln! In diesem Fall können Sie davon ausgehen, dass sich jemand kräftig etwas in die Taschen schiebt.

Aufführungen

Nur weil eine Schule ständig Aufführungen veranstaltet, ist sie leider noch lange nicht gut. Werden im Unterricht immer und immer wieder von Aufführung zu Aufführung nur Tänze einstudiert, sollten Sie misstrauisch werden. Durch Choreographien lernt Ihr Kind zwar sich auszudrücken, die erlernte Technik anzuwenden, synchron mit der Gruppe zu tanzen und natürlich ist eine Aufführung immer ein großer Motivationsfaktor. Wenn im Unterricht aber keine Technik mehr erarbeitet wird, kommt ihr Kind dann überhaupt noch weiter? Leider nein und die Tänze werden aus immer denselben Schritten bestehen. Bleiben Sie auch bei Aufführungen kritisch, was so manch einer stolzen Mutter, die Ihr zuckersüßes Kind im niedlichen tutu auf der Bühne sieht, schwer fallen mag. Und verwechseln Sie nicht: Ihr Kind kann nichts dafür, wenn das Niveau der Schule zu Wünschen übrig lässt, sondern die Person, die die Schule leitet! Kostüme stellen ebenfalls kein Qualitätskriterium dar, auch nicht, wenn die Ballettlehrerin diese selbst näht oder entwirft. Ob die Lehrerin eine tolle Schneiderin ist, sagt schließlich nichts über Ihren Unterricht sondern höchstens über Ihren Geschmack aus. Bombastische Kostüme sollten nicht die Funktion haben ungestreckte Knie oder unsaubere Technik zu verstecken, sondern die tänzerische Leistung unterstreichen! Wie immer zählt: Qualität statt Quantität. Gleiches gilt natürlich auch für die Choreographien und die Auswahl der Musik. Von berühmten Ballettmusiken sollte der Pädagoge die Finger lassen, wenn er dazu völlig andere Schritte tanzen lässt als die Originalchoreographie eigentlich vorschreibt. Jeden Choreographen (auch das ist ein Beruf) oder Tanz- Fachmann schüttelt es in diesem Fall.

Der auftretende Lehrer

Ein weiterer Fauxpas ist der selbst auftretende Lehrer. Das höchste der Gefühle sind Charakterrollen wie die eigentlich kaum tanzende Königin in Dornröschen o. ä., aber prinzipiell haben Lehrkräfte bei einer Aufführung ihrer Schule nichts auf der Bühne verloren (nur zum Finalapplaus dürfen dann auch sie mal kurz auf die Bühne, um für ihre geleistete Arbeit mit den Schülern mit Applaus bedacht zu werden). Lehrer, die meinen, sich noch selbst auf die Bühne stellen zu müssen, haben meist das Beenden ihrer eigenen Tanzlaufbahn nicht verwunden oder aber dass sie es nie zum professionellen Balletttänzer geschafft haben. Vor den eigenen Schülern und unwissendem Publikum ernten sie dann endlich jene Anerkennung, die sie aus der professionellen Fachwelt nie erhalten haben. Dabei liegt die Aufgabe eines Lehrers ganz woanders: beim Lehren! Das heißt anhand der Leistung seiner Schüler kann man wiederum ihn beurteilen (siehe auch "Wie viel macht der Lehrer vor?"). Muss die Lehrerin aber unbedingt sich selbst zur Schau stellen und schnallt mal eben die Spitzenschuhe an, sollte Sie das nachdenklich machen. Ist dieser Vergleich zu den Schülern fair? Kümmert sich die Lehrkraft da eher um sich selbst als um die Schüler? Das genau ist nämlich meist der Fall! Ein angehender Lehrer sollte sich stattdessen völlig selbst vergessen, nicht ER spielt mehr eine Rolle oder steht im Mittelpunkt, sondern die Vermittlung der Tanzkunst! Und hierbei sollte man sich eine ganz fundamentale Frage stellen: Warum unterrichtet man? Um sich selbst zu profilieren oder weil man die Kunstform Tanz ganz einfach liebt und diese große Leidenschaft an seine Schüler weitergeben möchte. In letzterem Fall – dem positiven – wird es sich ein jeder noch so gute Ex- Tänzer verkneifen, erneut ins tutu zu steigen.
Home
Räume
Lehrkraft
Formelles
1.Eindruck
Spitzentanz
Balletttechnik
Unterrichtskonzept
mehr als nur Hobby
Schulen dieser Qualität

Impressum Datenschutz